• Am 1. Juli 2017 wird das „Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen“ in Kraft treten. Das Gesetz nimmt vor allem Bordellbetreiber in die Pflicht und schafft Maßnahmen, durch die Zwangsprostitution und menschenunwürdige Praktiken unterbunden werden sollen. Unter anderem sind eine Kondompflicht, regelmäßige Beratungs- und Gesundheitsgespräche, das Verbot von entwürdigenden Praktiken, verstärkter Jugendschutz und eine Zuverlässigkeitsprüfung von Bordellbetreibern beschlossen worden. Bordellbetriebe sind erlaubnispflichtig und Prostituierte müssen sich anmelden.
  • Am 20. Dezember 2016 hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bei seiner Sitzung eine Resolution gegen Menschenhandel verabschiedet. Der Sicherheitsrat verurteilt darin „auf das Entschiedenste alle Fälle des Menschenhandels in von bewaffneten Konflikten betroffenen Gebieten und betont, dass der Menschenhandel die WaagenRechtsstaatlichkeit untergräbt und zu anderen Formen der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität beiträgt, was Konflikte verschärfen, Unsicherheit und Instabilität fördern und die Entwicklung beeinträchtigen kann“. 
    Die Mitgliedsstaaten werden aufgefordert „sofort entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um Menschenhandel zu verhüten, unter Strafe zu stellen, zu untersuchen, strafrechtlich zu verfolgen und die Täter zur 
    Rechenschaft zu ziehen“.
  • Am 14. Oktober 2016 wurde das „Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung des Menschenhandels“ im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Das Gesetz sieht u.a. vor, dass Sexkäufer („Freier“) mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren bestraft werden, wenn sie bei einer von Zwangsprostitution betroffenen Person wissentlich sexuelle Handlungen vornehmen oder an sich vornehmen lassen. Außerdem wurden im Bereich Menschenhandel neue Straftatbestände (Bettelei, Begehung von Straftaten, Organhandel) aufgenommen. Das Gesetz ist am 15. Oktober 2016 in Kraft getreten.
  • Am 2. Juli 2015 nahm der Deutsche Bundestag den Entwurf eines Gesetzes zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung an. Opfer von Menschenhandel bekommen nun nach Strafverfahren gegen die Täter eine Aufenthaltsperspektive; zudem wird ihr Familiennachzug erleichtert.
  • Am 18. Juni 2015 einigten sich die Koalitionspartner mit Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig auf einen Gesetzentwurf zum Prostituiertenschutzgesetz:
    – Alle Prostituierten müssen sich künftig anmelden und den Nachweis über die Anmeldung auf Verlangen gegenüber Behörden vorlegen. Voraussetzung für die Anmeldung ist der Nachweis einer ärztlichen Gesundheitsberatung, durch die es Prostituierten ermöglicht wird, Kontakt zu einer vertraulichen Stelle außerhalb des Milieus aufzunehmen. Unter-20- Jährige müssen sich jährlich neu anmelden, Über-20-Jährige alle zwei Jahre. In diesem Zeitraum müssen sie erneut zwei Mal bei einem Arzt vorstellig werden.
    – Kondompflicht für Freier.
    – Erlaubnispflicht für die Betreiber von Prostitutionsstätten.
  • Am 28. Januar 2015 fand eine Befragung der Bundesregierung bei der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages zum Thema „Gesetzentwurf zur Umsetzung der Richtlinie 2011/36/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. April 2011 zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer sowie zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2002/629/JI des Rates“ statt. In das Thema führte der Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas ein. (Protokoll und Video.) Der „Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie 2011/36/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. April 2011 zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer sowie zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2002/629/JI des Rates“ (18/4613) steht nun auf der Tagesordnung. Am 2. Juli 2015 nahm der Deutsche Bundestag den Entwurf eines Gesetzes zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung an. Opfer von Menschenhandel bekommen nun nach Strafverfahren gegen die Täter eine Aufenthaltsperspektive; zudem wird ihr Familiennachzug erleichtert
  • 12. Juni 2014, Anhörung zum Thema „Regulierung des Prostitutionsgewerbes“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. (Stellungnahmen der Experten)
  • 22. Mai 2014, Öffentliche Anhörung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe zum Thema „Menschenhandel und Zwangsprostitution in Europa“ (Stellungnahmen der Experten, Video)
  • 6. Juni 2013, Bundestagsabgeordneter Frank Heinrich, 1.Vorsitzender von Gemeinsam gegen Menschenhandel e.V., Rede im Deutschen Bundestag